Die Blumen-Arabesken des Taj-Tuches greifen die farbenprächtigen Mosaike der aufwändigen marmornen Einlegearbeiten im Inneren des Taj Mahal in Indien auf.
Diese Einlegearbeiten bestehen aus etwa 30 verschiedenen Arten von Edelsteinen, darunter Jasper, Malachit, Amethyst, Korallen und Lapislazuli, einige davon aus weit entfernten Gebieten wie Ägypten und Tibet. In einem Prozess, der als pietra dura bekannt ist, werden exakt geschliffene Edelsteinsplitter in speziell vorbereitete Vertiefungen eingelegt, um die feinverzweigten Blumenranken und geometrischen Muster abzubilden. Geißblatt, Lilie und Fuchsie blühen überschwänglich auf jeder Oberfläche und repräsentieren die Wiesen des Paradieses. Jede Blume besteht aus bis zu 60 Edelsteinstücken, die einen leuchtenden, fast dreidimensionalen Effekt haben, der auch als 'Stickerei aus Stein' bezeichnet wird. Es scheint wirklich so, als seien die Muster mit einem Pinsel anstatt mit einem Meißel erschaffen worden.
Das Taj Mahal wurde von Mogulenkaiser Shah Jahan zur Erinnerung an seine geliebte Frau Arjumand Banu Begam gebaut. Es wurde 1653 nach 22 Jahren Bauzeit fertiggestellt. Als sein eigenes Mausoleum plante Shah Jahan, ein Spiegelbild des Taj Mahal in schwarzem Marmor zu errichten und beide mit einer Brücke über den Yamunafluss zu verbinden. Leider wurde sein Wunsch nie Wirklichkeit.
Die Kunst des pietra dura floriert auch heute noch in Agra, wo Meisterwerken wie dem Taj Mahal nachempfundene Einlegearbeiten für Tische, Schachspiele und Edelsteinschatullen produziert werden.
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